7 Fragen an … Claudia Koreck

Claudia-Koreck

7 Fragen an … Claudia Koreck

Ein ganz persönlicher Stil des bayerischen Blues zeichnet sie aus: Claudia Koreck (29) aus Traunstein. Inzwischen gibt die erfolgreiche Sängerin und Liedschreiberin seit zehn Jahren ihre legendären Konzerte – aus diesem Anlass erschien am 18. März eine Live-DVD und CD. Am 13. August tritt sie bei „Rock on Top“ in Berchtesgaden auf.

1) Wie hat alles angefangen?

Mit Fünf hab ich mit meiner Oma immer auf ihrer Heim-orgel gespielt. Sie überzeugte meine Eltern, mich in den Keyboard-Unterricht zu schicken. In einer Kinderband hab ich zum ersten Mal Bühnenluft geschnuppert. Mit 12 bekam ich eine eigene Gitarre, und von da an wollte ich nur noch Lieder schreiben…

2) Was inspirierte Sie zum Titel Ihres neuen Albums „Stadt Land Fluss“?

Ich habe fast zehn Jahre in München gelebt und bin nun wieder in meine Heimat, den Chiemgau, gezogen. Ich mag die Stadt wahnsinnig gerne. Aber jetzt habe ich zwei Kinder, da denkt man anders. Meine Kindheit auf dem Land war so unbeschwert und frei. Das könnte ich meinen Kindern in der Stadt nicht bieten. Der Fluss steht für die Verbindung beider Welten.

3) Wie bringen Sie Ihren Alltag als zweifache Mama und Musikerin unter einen Hut?

Mein Mann und meine Eltern unterstützen mich sehr. Sogar mein Bruder passt total gerne auf die Kids auf. Aus-serdem achte ich darauf, dass ich oft genug zu Hause bin. Ich muss nicht mehr auf jedes Event dackeln oder auf jeder Bühne auftreten. Mit Kindern will man jeden Moment genießen, grad wenn sie noch so klein sind.

4) Zeigen Ihre Kinder auch schon Interesse für Musik?

Bei uns zu Hause geht es sehr lustig zu. Da mein Mann auch Musiker und Komponist ist, hängen viele Instrumente in Griffnähe. Meist machen wir samstags nach dem Frühstück gemeinsam Musik. Mein Sohn Timmi mag die Ukulele gerade am liebsten. Auch Lani singt den ganzen Tag.

5) Was bedeutet der bairische Dialekt für Sie?

Wenn ich Songs schreibe, will ich die innerste Wahrheit nach außen kehren. Der Dialekt ist für mich das Unmittel-barste, weil er tief in mir steckt. Allerdings gibt es auch Momente, wo man etwas künstlerischer an die Sache rangeht. Dann wechsle ich einfach die Sprache.

6) Die Traunsteiner Bürger stimmten nun gegen die Landesgartenschau 2022. Wie stehen Sie dazu?

Ganz ehrlich: Ich bin nach Traunstein zurückgezogen, weil ich hier quasi mitten in der Natur bin. Ein schöner See, Wälder, blühende Wiesen. Geht ja eh kaum idyllischer. Warum also jetzt noch künstlich, für Millionen von Euros die Stadt schmücken müssen? Eine Stadt wird lebendig und blüht auf durch die Menschen, die dort wohnen, durch ein gscheites Nacht- und Kulturleben. Dafür bin ich.

7) Der Song „Sonn aufgeht“ ist von den jüngsten Flüchtlingsdramen inspiriert. Welche Gedanken möchten Sie da vermitteln?

Mei, man könnte 100.000 Lieder über unsere aktuelle, schrecklich zerbrechliche Welt machen. Das zieht einen aber noch mehr herunter… In „Sonn aufgeht“ geht es um das Einzige, was man da noch haben kann: Hoffnung.

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