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7 Fragen an … Hilde Gerg

 Ein Artikel von Hans Adrowitzer

Hilde Gerg ist eine Frohnatur. Wo immer sie auftaucht, ob allein oder in Begleitung ihres Mannes Marcus und ihrer Kinder, ist sie gern gesehen. Die attraktive 40-Jährige ist als Olympiasiegerin ein Idol für Deutschlands Skinachwuchs. Im Interview mit der DIE BAYERIN verrät Hilde Gerg, ob sie sich einst vor den starken Österreicherinnen gefürchtet hat. Oder gab es gar eine Lieblings-Österreicherin?

1) War es ein Mädchentraum von dir, als Skirennläuferin weltberühmt zu werden?
Nein, ich bin immer gerne Ski gefahren. Von meinem Wohnort oben am Berg bin ich schon am Morgen in die Schule gefahren, der Rest hat sich dann von selbst ergeben.

2) Wie schwierig war es für dich, sich als Deutsche gegen die starke Konkurrenz aus Österreich durchzusetzen?
Die Skifans werden sich sicher noch gut erinnern: Damals waren nicht nur die Österreicherinnen so stark. Auch wir hatten ein Superteam mit Katja Seizinger, Martina Ertl und mir. Gefürchtet haben wir „euch“ nie!

3) Gab es eine Lieblings-Österreicherin für dich, mit der du auch mal ein Bier getrunken hast?
Ja, das war Renate Götschl. Mit ihr habe ich auch die eine oder andere Medaille gemeinsam gefeiert.

4) Wie hat der Olympiasieg im Slalom 1998 dein Leben verändert?
Olympiasieger bleibt man sein Leben lang, das ist schon etwas Besonderes. Natürlich wird man immer wieder an diese glückliche Zeit erinnert.

5) Verdienen Skirennläufer zu wenig, wenn du mit Sportarten wie Fußball, Motorsport oder Tennis vergleichst?
Die Situation ist so, wie sie ist, da kann man wenig daran ändern. Gemessen daran, was ein Skirennläufer an Risiko eingeht, ist es im Vergleich zu Fußball oder Tennis sicher zu wenig. Ich persönlich war mit den finanziellen Verdienstmöglichkeiten immer zufrieden.

6) Was bedeutet Glück für dich?
Glück bedeutet für mich, wenn all die Personen, die ich eng um mich habe, gesund sind und ihr Leben gut meistern können. Glück bedeutet aber auch, Zeit für mich zu haben, in die Berge zu gehen und in der Natur Energie für die alltäglichen Aufgaben zu tanken.

7) Wie sieht heute der Alltag von Hilde Gerg aus?
Mein Alltag verläuft eigentlich ganz normal, da gibt es keinen großen Unterschied zu anderen Frauen. Kinder, Haushalt, Büroarbeit für die Ferienwohnungen und für die Praxis meines Mannes. Und weil alte Liebe nicht rostet, bin ich meiner Leidenschaft, dem Sport, treu geblieben. Natürlich versuche ich, mich mit Sport fit zu halten, wann immer es die Zeit erlaubt – im Sommer wie im Winter. Wir genießen gemeinsame Aktivitäten in der Natur, denn ich will ja meinen Kindern mit gutem Beispiel voran gehen.   

Foto: Ernst Wukits

Foto: Ernst Wukits

Mathilde „Hilde“ Gerg wurde am 19. Oktober 1975 in Lenggries geboren. Die deutsche Skirennläuferin hat in ihrer erfolgreichen Karriere sechs Medaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften gewonnen: Gold im Slalom und Bronze in der Kombination bei Olympia 1998 in Nagano, WM-Bronze in Super-G und Kombination 1997, WM-Bronze im Super-G 2001 und WM-Gold im Mannschaftswettbewerb 2005. Hilde Gerg wohnt heute mit Ehemann Marcus Hirschbiel, einem Physiotherapeuten, und drei Kindern (zwei davon aus der Ehe mit ihrem 2010 verstorbenen Mann Wolfgang Graßl) in der Gemeinde Schönau am Königssee.

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