BMW-i8

Alternative Mobilität

Der Zwang, Energie zu sparen, hat längst auch die Automobilindustrie erfasst. Also wurden und werden immer neue Modelle konstruiert, unterschiedlichste Antriebsarten entwickelt und nach neuen Energieträgern für unsere Mobilität gesucht. Der Elektroantrieb, egal ob pur oder mit einem Verbrennungsmotor kombiniert, wird forciert eingesetzt, aber auch Energierückgewinnung, Erdgasantrieb und sogar Wasserstoff werden als Energie-Quelle ausprobiert.

Sowohl der Umweltschutz wie auch die Kosten für Mobilität zwingen die Automobilhersteller, zunehmend neue, alternative Antriebsarten anzubieten. Weniger Spritverbrauch und mehr Effizienz stehen im Vordergrund. Noch vor 25 oder 30 Jahren war der Spritverbrauch von Personenwagen in der Realität rund doppelt so hoch wie heute, obwohl die Autos deutlich leichter und meist auch kleiner waren. Inzwischen sind die  Fahrzeuge um ein Vielfaches sauberer geworden, was nicht bedeutet, dass die Entwicklungen schon am Ende sind.

Aufschlussreiche Studie

Eine Verbraucherstudie hat vor einiger Zeit ergeben, dass das Umweltbewusstsein auch unter Autofahrern deutlich wächst. Klimafreundliche Mobilität ist also angesagt, wenngleich die Nutzung energiesparender Autos noch nicht wirklich hoch ist. Aber sie steigt. Immerhin sind etwa in Deutschland schon rund 30 Prozent auch zum teilweisen Verzicht auf das Auto bereit. Dazu kommt, dass sich auch die Wertigkeit des Automobils langsam ändert, also auch der ökonomische Aspekt und umweltfreundliches Verhalten an Bedeutung gewinnen. Darauf stellen sich die Hersteller immer besser ein, wie auch die steigende Zahl alternativ angetriebener Modelle belegt. Dabei setzen sie auf unterschiedliche Techniken: Elektro, Hybrid, Wasserstoff, Erdgas …

Leichtbau & Co

Die Entwicklung ist von mehreren Verbesserungsmaßnahmen begleitet. So stand gewisse Zeit die Aerodynamik als Schlüsseldisziplin zur Verbrauchssenkung im Fokus. Ein entscheidender Schritt war und ist nun eher der Leichtbau, der jedoch durch den Zuwachs an Sicherheits- und Komfort-Features aufgehoben wurde, sodass die Autos heute schwerer sind als je zuvor. Erst die allerjüngsten Modelle sind nun doch etwas leichter als ihre Vorgänger. Die größten Fortschritte sind letztlich immer bei der Effizienzsteigerung beim Antrieb, bei den Motoren selbst und bei den Getrieben und in der Abstimmung der Antriebsmechanismen aufeinander gemacht worden.

Antriebs-Zukunft

Wie sich der momentan profitabelste Hersteller die Zukunft vorstellt, vielleicht sogar die Richtung vorgibt, ist an den beiden bisher präsentierten (Elektro-)Modellen i3 und i8 abzulesen. BMW setzt auf markentypisches Temperament und sportiven Auftritt, wodurch die oft angenommene Diskrepanz zwischen dynamischer Benzintechnik und lahmer Elektromobilität entschärft wird. Die Kombination aus Elektroantrieb und kleinen aber kräftigen Turbomotoren spielt für den Übergang eine wesentliche Rolle – der Hybridboom wird weiter zulegen! Letzteren hat sein Wegbereiter, der auch die größte Palette an Hybridmodellen anbietet, nämlich Toyota, losgetreten, wo etwa der Prius nach wie vor als Beispiel für Sparsamkeit gilt. Aber auch andere Hersteller, etwa Mercedes oder Volvo, auch VW und Porsche, steigen in dieses Antriebskonzept ein. Audi wirbt mit sparsamem Verbrauch und entspanntem Fahrgefühl beim zukünftigen Dual-Mode-Hybrid. Mit diesem Motor wollen die Ingolstädter Toyota vom Öko-Thron stürzen. 

Manche führenden Hersteller wollen schon bald Wasserstoffautos in Serie bauen. Bei Mercedes etwa meint man, dass „mit der Brennstoffzelle … Wasserstoff in unserer Wirtschaft eine ähnlich zentrale Rolle übernehmen“ könnte, wie sie bisher das Öl hat. Das Hauptproblem dabei ist  die dazu benötigte Infrastruktur für die Betankung. Diese ist bislang nicht einmal ansatzweise gegeben.

Bei den Elektroautos, so scheint es, ist der Wettbewerb erst in den Kinderschuhen, wobei diese im Gegensatz zu Brennstoffzellen-Fahrzeugen, eine wesentlich längere Ladezeit brauchen. „In Hinblick auf ein Fahrzeug, das etwa 400 bis 600 Kilometer Reichweite besitzt, wird ein Fahrzeugkonzept mit Brennstoffzelle günstiger und leichter sein als ein rein batterieelektrisches Fahrzeug“, meint man bei Toyota, die mit BMW kooperieren. Mercedes-Chef Zetsche äußerte sich mit Blick in die Zukunft überzeugt: „Bei einem Produktionsvolumen von hunderttausend Stück wird die Brennstoffzelle nicht mehr kosten als ein Hightech-Diesel mit Elektrohybrid“.

Elektro und Erdgas

Zurzeit schon am Markt angebotene Elektroautos sind meist klein, fein und trendig. So wie etwa der Renault Zoe, dessen Käufer zwar das Vehikel kauft, nicht aber dessen Batterie. Die wird dazugeleast. Das macht nicht nur Renault so. Batterie-Mietverträge gibt es auch für den Smart Electric Drive. Andere größere Elektrogleiter, etwa der Tesla, sind ohnehin schon teuer genug, aber dafür mit hohem Prestigewert versehen. Erdgasautos beeindrucken zwar gar nicht durch ihr Temperament, aber sie sind sparsam und machen auch in puncto Klimaschutz eine gute Figur. Das Angebot ist hier relativ leicht zu überblicken, vielleicht auch, weil diese Autos sich nicht mit der Aura bahnbrechender Zukunftstechnologie schmücken können. Für Vielfahrer sind derart energiebefeuerte Autos aber ganz sicher sinnvoll, im Betrieb kostengünstig und nicht zuletzt auch unter dem Umweltaspekt besser als die mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Hier haben VW, Opel und auch Skoda die Nase im Wind, wenngleich das Entwicklungspotenzial ein geringeres scheint als bei anderen Energiealternativen.

René Herndl

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