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Bergsportrisiko historisch niedrig

Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Bergsport-Unfallmeldungen sind in den Medien sehr präsent, nicht nur in der Ferienzeit, sondern das ganze Jahr über. Bei vielen Menschen entsteht so der Eindruck von großen und immer weiterwachsenden Gefahren beim Bergsport. Die Zahlen aus der Deutschen Alpen-vereins-Bergunfallstatistik für das Jahr 2018 zeichnen allerdings ein anderes Bild: Bezogen auf die Vereinsmitgliederzahlen hat es seit Beginn der Aufzeichnungen 1952 noch nie so wenige Todesfälle gegeben. Zurückgegangen sind auch die Blockierungen, also jene Notfälle, bei denen die Betroffenen zwar unverletzt sind, aber nicht mehr vor oder zurück kommen und gerettet werden müssen. „Zum ersten Mal, seitdem wir diesen Notfall-Typ in unserer Statistik erfassen, gehen die Blockierungen zurück und das auch noch deutlich“, zeigt sich auch DAV-Sicherheitsforscher Christoph Hummel erfreut. Er weist aber auch darauf hin: „Die Bergwachten verzeichnen weiterhin zunehmende Blockierungen. Sie bilden das gesamte Notfallgeschehen ab, wir nur das unseres Vereins und der umfasst derzeit rund 1,3 Millionen Mitglieder.“
Entgegen des Alpenvereins fällt die Statistik der Bergwacht Chiemgau bei den tödlich verunglückten Bergsteigern in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein ganz anders aus, sie ist so hoch wie schon seit zwölf Jahren nicht mehr. Demnach kamen im vergangen Jahr 30 Personen ums Leben, 2017 waren es 19, im Jahr 2010 sogar nur zehn. Rudi Fend, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Ramsau, sagte dazu kürzlich im BR-Fernsehinterview: „Es sind allerdings heute auch wesentlich mehr Menschen in den Bergen unterwegs. Früher gingen die Watzmann-Überschreitung 50-60 Personen am Tag, heute sind es an schönen Tagen um die 260.“

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