Heigetrnk aus Hagebutten

Hausmittel gegen Erkältung

Halsweh, Schnupfen, Husten: Dieses unheilvolle Trio tourt unter dem Namen Erkältung im Herbst wieder durch die Lande

Jetzt, wenn es draußen wieder kälter ist, sind Kindergarten- und Schulkinder genau wie Erwachsene anfälliger für Infekte. Aus ganz verschiedenen Gründen: Weil wir uns häufiger in schlecht gelüfteten Räumen aufhalten. Weil wir häufiger und
dichter zusammensitzen und sich dadurch die Übertragungswege verkürzen. Und weil Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet und sie anfälliger für Erreger macht.

Hausmittel lindern Beschwerden

Der Körper reagiert auf eine Infektion, indem er die Betriebstemperatur erhöht. Die Immunabwehr kurbelt den Stoffwechsel an und löst so den Temperaturanstieg aus. Fieber hilft bei der Heilung, denn viele Erreger können bei über 38,5 Grad nicht überleben. „Fieber sollte deshalb nicht unterdrückt werden, außer, wenn es zu hoch steigt“, so der Arzt für Allgemeinmedizin Martin Mayerhofer.  „Wenn ein Schnupfen oder Husten allerdings länger als fünf Tage dauert, das Fieber hoch steigt, oder wenn Sie sich sehr schlecht fühlen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen“, betont der Bad Gasteiner Praktiker. Bei einfachen, viralen Infekten können so manche Hausmittel die Beschwerden lindern: Kartoffeln, Zwiebeln und zahlreiche Kräuter sind nicht nur Grundausstattung für die Küche, sondern sie wirken auch als natürliche Arznei.

Kräutertees

Lindenblüten- oder Holunderblütentee sind die klassischen „Fiebertees“. Sie sollen dem Körper helfen, eine Infektion über Nacht auszuschwitzen. Dazu zwei Teelöffel der Blüten mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Vor dem Einschlafen trinken, einen warmen Schlafanzug anziehen und sich gut zudecken.

Die ätherischen Öle in Salbei- und Kamillentee helfen gegen Entzündungen von Hals und Mandeln. Zwei Teelöffel Salbeiblätter oder Kamillenblüten in einem halben Liter Wasser aufkochen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Mehrmals täglich mit der heißen Flüssigkeit fünf bis zehn Minuten intensiv gurgeln, den Tee immer ausspucken.

Wirksam gegen Husten

Kräutertees können einen Reizhusten dämpfen oder Schleim lösen. Efeu, Eibisch, Fenchel, Isländisch Moos, Spitzwegerich und Thymian – die Liste an pflanzlichen Heilmitteln bei Husten ist lang. Die ätherischen Öle der Kräuter wirken ganz unterschiedlich: hustenstillend oder schleimlösend, keimtötend oder abschwellend, entkrampfend oder reizlindernd. Und sie lassen sich auf ganz vielfältige Weise anwenden: Indem man sie aufgießt und dann inhaliert, als Tee trinkt, darin badet oder als wohltuende Tinktur auf den schmerzenden Brustkorb verreibt.

Kamillen- und Salzinhalation

Ein einfaches und doch außerordentliches Rezept sind Inhalationen mit Kamille und Salz, denn diese befeuchten die Atemwege und erleichtern so das Atmen enorm. Dazu zwei Liter Wasser zum Kochen bringen und entweder mit einer Handvoll Kamilleblüten oder drei gehäuften Esslöffelen Salz mischen. Gesicht über die Schüssel halten und mit Handtuch abdecken. Zehn Minuten inhalieren. Die Kamille wirkt desinfizierend und hemmt Entzündungen, Salz wirkt schleimlösend. „Bei Kindern sollten keine Heißinhalationen aufgrund der Gefahr einer Verbrühung durchgeführt werden. Bei Kindern mit Bronchienüberempfindlichkeit hat dies sogar mehr unerwünschte Wirkungen, da es zu asthmaähnlichen Verkrampfungen kommen kann“, so Kinderarzt Primar Josef Riedler vom Kinderspital Schwarzach.

ÄTHERISCHE ÖLE – GEFAHR FÜR KINDER

Was aus der Natur kommt, kann nicht schlecht sein, so denken wir alle. Heilpflanzen-Präparate sind seit Jahren im Aufwärts-Trend. Reformhäuser, Apotheken und Drogerien haben oft eigene Abteilungen für die Gesundheit aus der Natur. Es gibt sie meist ohne Rezept. Die meisten dieser Mittel lindern und heilen tatsächlich. Sie „wirken“. Und genau da liegt das Problem. Ärzte warnen davor, mit pflanzlichen Medikamenten zu sorglos umzugehen. Denn sehr häufig glauben die Menschen, dass diese Präparate unbedenklich sind und nehmen sie oft achtlos ein. Doch diese Präparate haben aktive Wirkstoffe mit Nebenwirkungen, und daher sollte der gleiche sorgfältige Umgang wie mit anderen Medikamenten vorherrschen.

Wenn ein Kleinkind Minzöle einnimmt, kann es zu einem akuten Spasmus, also einem Krampf der Kehlkopfmuskulatur kommen, das ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Manche dieser ätherischen Öle können sogar zu einem reflektorischen Herzstillstand führen. Gefahr droht auch, wenn Naturpräparate falsch dosiert oder zu lange eingenommen werden.

Maria Riedler

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