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Herz aus (Natur)Stein?

Stein liegt im Trend – sowohl in der Innenarchitektur als auch im Außenbereich. Die Vielseitigkeit des Materials macht es perfekt für zahlreiche Zwecke und brilliert durch einen hochwertigen und individuellen Look.
Ein Artikel von Natalie Zettl

Ob als Material für den Hausbau oder als Eyecatcher für drinnen: Stein erfüllt nahezu alle architektonischen Wünsche – es gibt kaum einen beständigeren und massiveren Stoff. In quasi unzähligen Varianten präsentiert Stein sich als wahrer Alleskönner.

Comeback des Steinhauses 
Stein ist eines der ältesten Materialien für den Hausbau – allerdings in unseren Breitengraden relativ selten geworden. In südlicheren Gegenden sind Steinhäuser jedoch durchaus üblich, nicht zuletzt wegen ihrer guten Dämmeigenschaften. Wer in Österreich ein Steinhaus baut, schafft auf jeden Fall einen Blickfang. Bevor ein Bauherr sich allerdings für diese Bauweise entscheidet, sollten die Konsequenzen gründlich bedacht werden: Nur wenige Firmen in Österreich sind auf Steinbauten spezialisiert. Dazu kommt die Materialbeschaffung, die je nach Steinart eher umständlich sein kann. Und: Man sollte sich bewusst sein, dass bei einer Steinwand scheinbar selbstverständliche Tätigkeiten wie das Einschlagen eines Nagels zum Problem werden können, zumindest in der unverschalten Variante. Auch das Durchbrechen einer solchen Wand – beispielsweise für einen Anbau – ist so gut wie unmöglich. Ist man jedoch bereit, diese Konsequenzen auf sich zu nehmen, stellt ein Steinhaus eine hochwertige Alternative zu einem herkömmlichen Haus aus Ziegeln dar. Zudem hat Stein als Baumaterial durchaus Vorteile: Seine Massivität spricht für sich. Und: Kein Stein ist wie der andere – jeder besitzt seine individuelle Farbnuance, Struktur und Schattierung. Wer also auf Individualität im eigenen Heim setzt, findet in Naturstein das ideale Material.

Stein trifft Küche
Fotos: Strasser Steine
Auch im Bad ist Stein up to date!
Foto: herzgsell
Granit macht sich auch als Zaun gut.
Foto: miljko – istockphoto.com
Foto: peterschreiber.media - stock.adobe.com

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Stein trifft Küche
Auch in Sachen Innenarchitektur wird Stein immer mehr zum Trend. Wer kein Haus baut, sondern lediglich seine bestehende Wohnung neu gestalten möchte, kann mit einzelnen Elementen aus Stein Akzente setzen. „Äußerst beliebt sind unter anderem Küchen-Arbeitsplatten aus Stein“, erklärt Robert Butz, Vertriebsleiter der Firma STRASSER Steine. „Das Material besticht durch seine extrem lange Lebensdauer: Bei küchenüblicher Nutzung ist eine Steinarbeitsplatte quasi unverwüstlich.“ Stein ist hitzebeständig und kann durch versehentliche Schnitte während des Kochens kaum beschädigt werden. Absichtlich auf der steinernen Arbeitsplatte schneiden sollte man trotzdem nicht, erklärt Steinmetz Joachim Heydecke: „Das schadet nicht dem Stein, wohl aber dem Messer.“ Für die Verwendung als Arbeitsplatte wird der Stein gestrahlt und gebürstet – so entsteht eine samtige Oberfläche, die außergewöhnlich leicht zu reinigen ist. Ein Argument gegen Stein ist der Preis: Er hat den Ruf, teurer zu sein als vergleichbare Materialien.
Dem widerspricht Robert Butz: „Gemessen an seiner Qualität und Langlebigkeit ist Naturstein im Vergleich zu anderen Materialien äußerst günstig. Natursteine im Einstiegssegment liegen inzwischen nahe an den Preisen von Kunststoffarbeitsplatten.“

Einzigartiger Naturstein
Auch abseits der Küche zeigt Stein seine Vielseitigkeit. Generell ist Stein überall dort geeignet, wo üblicherweise Fliesen verwendet werden – beispielsweise für Böden, Treppenstufen, Sockel und vieles mehr. Auch als Umrandung für offene Kamine kann Stein sinnvoll sein, da seine Hitzebeständigkeit verhindert, dass der umliegende Boden durch Glut und Funkenflug Schaden nimmt. Naturstein besticht durch seine Hochwertigkeit, seine schier endlosen Farbnuancen und Maserungen. Joachim Heydecke bringt es auf den Punkt: „Die Natur kann man nicht nachmachen.“
Der Trend geht bei der Verwendung von Naturstein zu Materialien aus der Region – in Salzburg beispielsweise zu Nagelfluh oder Adneter Marmor, der strenggenommen aus buntem Dekorkalkstein besteht. Bei der Verwendung von Marmor ist allerdings eine sorgfältige Pflege gefragt: Das Material ist anfällig für Kalk, weshalb Wasserflecken sofort entfernt werden müssen. Joachim Heydecke erklärt: „Hinterlässt beispielsweise ein Wasserglas einen nassen Rand auf dem Marmor und man wischt den Fleck nicht gleich weg, so legt sich der Kalk des Wassers oft derart fest an, dass man zur Entfernung ein Schleifgerät benötigt.“

Foto: Hermann - stock.adobe.com

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Zur Salzsäule erstarrt?
Eine besondere Atmosphäre bringen Elemente aus Salzstein in die Wohnung: Sie machen den Raum gemütlich und führen durch ihre ionisierende Wirkung zu einer Verbesserung der Atemluft. Ursprünglich nur für hochwertige Bäder und Wellnessbereiche verwendet, hält Salzstein aktuell auch in den Wohnzimmern Einzug. Beliebte Verwendungsmöglichkeiten sind unter anderem Heizkörperverkleidungen oder Wandbilder, die alle Blicke auf sich ziehen. Gerade in größeren Räumen bietet sich auch die Installation einer Salzsäule an – entweder als freistehendes Element oder in Form einer Verkleidung für eine bereits bestehende Säule. Auf Wunsch kann die Salzsäule durch LED-Lichter im Inneren dezent beleuchtet werden. Die Farbe des Steins variiert und passt somit zu jedem Farbkonzept: Da Salzkristalle verschiedene Rosa-Nuancen aufweisen, können sie in Kombination mit Beleuchtung sowohl weißes als auch rosa, gelbes, oranges oder rotes Licht erzeugen. Diesen Farben wird eine positive Wirkung auf die menschliche Psyche nachgesagt – beispielsweise bei der Lichttherapie –, was die positiven Effekte eines Salzelements noch verstärkt.

Outdoor stößt auf Granit
Granit ist unempfindlich gegenüber fast allen äußeren Einflüssen: Das sprichwörtlich harte Material eignet sich daher, vor allem in der geflammten Variante, bestens für die Verwendung in Hof und Garten. Gerade für Mauern und Pflastersteine ist bruchrauer Granit beliebt, der rustikal und gleichzeitig modern wirkt.
Auch Zierobjekte wie Figuren, Wasserschalen oder Beetumrandungen bestehen oftmals aus Granit. Die Grundfarbe des Materials ist ein helles Grau, farbiger Granit ist immer mit zusätzlichen Materialien veredelt. Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit ist Granit auch für Terrassenplatten geeignet – mit einer Einschränkung: Das Einzige, das dem Material tatsächlich etwas anhaben kann, sind fettige Flüssigkeiten wie beispielsweise Speiseöle. Sie durchsetzen den Stein und können zu hartnäckiger Fleckenbildung führen. Bei einer Granit-Terrasse, auf der im Sommer auch gegessen wird, empfiehlt sich deshalb unter Umständen eine spezielle Imprägnierung.
Ein Tipp zur Pflege: Wie jeder Naturstein wird Granit an feuchten Plätzen leicht grün. Säurefreier Grünbelagsentferner oder der Hochdruckreiniger schaffen schnelle Abhilfe.

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