augengesundheit

Klare Sicht

Wachwerden, die Augen öffnen – und scharf sehen! Was für viele selbstverständlich ist, ist für Brillen- und Kontaktlinsen-Träger Wunschdenken. Bis zum Tag nach ihrer Laser-Operation, wenn sie zum ersten Mal die Welt wieder scharf sehen.
Ein Artikel von Doris Thallinger

Der Wunsch vieler Brillen- und Kontaktlinsen-Träger, endlich auf optische Hilfsmittel verzichten zu können, wird durch die refraktive Chirurgie Wirklichkeit. Im Zuge einer Augenoperation wird die Brechkraft des Auges verändert und damit die Fehlsichtigkeit ausgeglichen. Unterschiedliche Methoden stehen heute zur Verfügung – der medizinisch-technische Standard ist ein sehr gehobener. Die gängigste Methode, das Auge zu behandeln, ist heute das Femto Lasik-

Foto: romaset - fotolia.com

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Verfahren. Dieses gilt als die am häufigsten durchgeführte Augen-Operation und als eines der modernsten und dabei sehr lange und gut erprobten Verfahren, bei dem der Patient praktisch schmerzlos behandelt wird.
Die Femto Lasik ist ein zweischrittiges Verfahren: Im ersten Schritt wird mit dem Femto-Laser ein hauchdünnes Läppchen, der sogenannte „Flap“, erzeugt und zur Seite geklappt. Dieses Vorgehen gewährleistet, dass die oberste Schicht des Auges, in der sehr viele Nerven verlaufen, erhalten bleibt. Im zweiten Schritt passiert die eigentliche Veränderung der Form der Hornhaut. Je nach Fehlsichtigkeit werden die Brechungseigenschaften der Hornhaut präzise im Hornhautgewebe verändert. Nach dem Lasern – dieses dauert in etwa 1,4 bis 1,6 Sekunden je Dioptrie – wird der Flap wieder über die Hornhaut gelegt und dient als zusätzlicher Schutz gegen Infektionen.
Bei der Vorgängermethode – der LASIK-Methode – wurde dieser Flap nicht mit dem Laser, sondern mit einem Mikro-Keratom gemacht, sprich einem Messer, das die oberste Schicht der Hornhaut abtrennte. Auch wenn diese Methode sehr gute Ergebnisse vorzuweisen hatte, liegt der große Vorteil der FEMTO LASIK im Gewinn an Präzision und damit an Sicherheit für den Patienten. Die Risiken, die sich bei der LASIK eventuell noch durch den Schnitt ergeben konnten, sind somit minimiert. „Die Methode der FEMTO LASIK hält einen sehr hohen Standard“, bestätigt Josef Stoiber, Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie und Leiter des Amadeus Augenzentrums in Salzburg. „Sie liefert präziseste Ergebnisse, ist sehr gut erprobt und beschert dem Patienten, spätestens am Tag nach dem Eingriff, hundertprozentige Sehkraft. Für mich ist die FEMTO LASIK nach wie vor der Gold-Standard!“
Die hohe Präzision des Lasers stellt auch sicher, dass so gut wie keine Rest-Fehlsichtigkeit am Auge bestehen bleibt: „Der Laser arbeitet super-präzise, was wir allerdings nicht beeinflussen können, ist das individuelle Heilungsverhalten, aus dem unter Umständen in sehr seltenen Fällen eine geringe Rest-Fehlsichtigkeit resultieren kann. Sollte es tatsächlich dazu kommen, kann man den Flap rasch und völlig schmerzfrei nochmals öffnen und eine Fein-Korrektur vornehmen.“ Auch die Gefahr, dass sich die Fehlsichtigkeit wieder entwickelt, hält sich sehr gering: „Wir bieten unseren Patienten eine dreijährige Garantie auf das Ergebnis – anfangs hätte ich gedacht, dass mehrere Patienten nach zwei, drei Jahren wiederkommen, um Korrekturen vorzunehmen. In der Praxis habe ich bald gesehen, dass dies so gut wie nie passiert.“
Mit der Einführung der FEMTO LASIK ist die Vorgängermethode, die LASIK, stark zurückgegangen, die im Vergleich nur noch mit niedrigeren Kosten punkten kann, jedoch weniger präzise Ergebnisse liefert. Für die FEMTO LASIK sind heute verschiedene Geräte unterschiedlicher Hersteller am Markt, die durchwegs mit hoher Qualität ähnlich gute Ergebnisse erzielen.

Pionier unter den Laser-Operationen
Das „Erstverfahren“, das zur Korrektur mittels Lasertechnik angewendet wurde, ist die photorefraktive Keratektomie, kurz: PRK, bei der direkt auf die Hornhaut gelasert wird. Die oberste Schicht, die Epithel-Schicht wird dazu entfernt, bevor die Korrektur an der Hornhaut vonstattengeht. Der Nachteil dieser ist, dass die Epithel-Schicht nach dem Eingriff wieder verheilen muss. Da gerade hier sehr viele Nerven vorhanden sind, muss der Patient noch zwei bis drei Tage nach dem Eingriff mit Schmerzen rechnen. Das Ergebnis ist danach jedoch durchaus mit dem der (FEMTO-)LASIK-Methode vergleichbar.
Wird die Epithel-Schicht der Hornhaut nicht – wie bei der PRK – „weggewischt“, sondern mit Alkohol gelöst, nennt sich der Eingriff LASEK und ist als Weiterentwicklung der PRK zu betrachten, ebenso wie die Trans-PRK, bei der das Epithel mit einem Laser entfernt wird. Die PRK oder LASEK werden heute hauptsächlich dann eingesetzt, wenn die Hornhaut eines Menschen zu dünn ist, um die FEMTO LASIK anzuwenden.
Als Weiterentwicklung der bereits berührungslosen Trans-PRK ist das Laserverfahren SmartSurfACE, eine Alternative zu PRK bzw. LASEK aber auch zur (FEMTO) LASIK. In nur einem Schritt wird dabei die oberste Hornhautschicht durch den Laser abgetragen und die Hornhaut modelliert, um die Brechkraft zu verändern. Das Auge kommt bei dieser berührungslosen Methode mit keinem Instrument in Kontakt: Der extrem schnelle Augenlaser trägt die regenerierbare Oberfläche des Auges in Sekundenschnelle ab und sorgt dadurch für eine besonders glatte und regelmäßige Oberfläche.

Foto: looking2thesky - fotolia.com

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Die Zukunft der Laser-Chirurgie
Die aktuellste Innovation am Gebiet der Augen-Chirurgie nennt sich ReLEx SMILE. Bei dieser Methode muss der Laser keinen „Flap“ mehr kreieren, die Hornhaut wird gelasert, ohne dass die oberste Schicht des Auges (Flap) aufgeklappt werden muss. Der FEMTO-Laser präpariert lediglich ein dünnes Hornhaut-Scheibchen (Lentikel) im Inneren der Hornhaut, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Im Anschluss wird das Lentikel durch eine minimale Öffnung an der Seite der Hornhaut entfernt – die Oberfläche des Auges bleibt erhalten.
Durch den sehr schonenden und sicheren Eingriff gilt ReLEx SMILE derzeit als zukunftsweisende Methode. Sie ist auch für Patienten mit sehr trockenen Augen geeignet und kann auch bei dünnerer Hornhaut – nahezu unabhängig von der Hornhautbeschaffenheit – angewendet werden.
Zum Zeitpunkt gibt es einen einzigen Anbieter für diese Methode am Markt – doch man darf darauf vertrauen, dass die Konkurrenz nachzieht und dadurch die Weiterentwicklung in Sachen Präzision stark voranschreiten wird, was ReLEx SMILE tatsächlich zu einem komplett neuen Status verhelfen könnte.

Minimale Risiken
Wie bei jedem medizinischen Eingriff können auch bei Laser-Operationen Komplikationen auftreten, wie beispielsweise eine Infektion. Dabei ist das Infektionsrisiko, z.B. bei Anwendung der FEMTO LASIK Methode, extrem niedrig. Auf die Dauer gesehen ist das Risiko einer Infektion beim Tragen von Kontaktlinsen um ein Siebenfaches höher!
Vorübergehend kann es dazu kommen, dass die Augen besonders trocken sind und für die ersten zwei bis drei Monate mit Tränenersatztropfen behandelt werden müssen. Da der Eingriff nicht unter Vollnarkose stattfindet, wird er auch stets ambulant (innerhalb einiger Minuten) durchgeführt.
Gegen eine Augen-Operation sprechen manche Erkrankungen, so zählen z.B. starker Rheumatismus oder Diabetes sowie Erkrankungen der Hornhaut-stabilität (wie Keratokonus) zu den möglichen Ausschlusskriterien.
Wenn die Grenze des Machbaren durch Laser-Operationen erreicht ist, kann der Augenarzt auch eine Linsen-Implantation in Erwägung ziehen. Die künstliche Linse wird, weder seh- noch spürbar, zwischen der Iris und der eigenen Linse eingesetzt und kann auf unbestimmte Zeit im Auge bleiben. Durch die sogenannte Phake Intraokular Linse können Fehlsichtigkeiten von bis zu -20 Dioptrien korrigiert werden, das Auge bleibt völlig unverändert und erhält zusätzlichen UV-Schutz durch die Linse.

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