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Preiswert, klein und Allrad…

Kleinwagen mit Allrad, gibt’s solche überhaupt? Welche Allradautos sind die erschwinglichsten? Das Angebot ist überschaubar, aber vorhanden. Und die kleinen Allradler haben etliche Vorteile.
Ein Artikel von René Herndl

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Kleine SUVs gehören zum derzeit am stärksten wachsenden Segment am Markt. Jene mit Allradantrieb machen hier jedoch nur einen kleinen Teil aus. Bei allradangetriebenen Kleinwagen schaut es dagegen ziemlich mager aus. Nicht nur, weil SUVs grundsätzlich eher im Trend liegen, auch wenn sie mehrheitlich nur über zwei Räder angetrieben werden. Und das, obwohl der Vierradantrieb gerade in unseren Breiten etliche Vorteile, besonders im Winter, mit sich bringt.

Dennoch hält sich das aktuelle Angebot an leistbaren Allrad-Autos in ziemlich engen Grenzen, noch enger, wenn man die kleinen SUVs nicht berücksichtigt, weil es bei kleinen oder zumindest nicht sehr großen Autos dieser Art kaum eine Vermehrung gibt. Wobei selbstverständlich zu berücksichtigen ist, dass die Allradtechnik, egal welchen Ursprungs, einfach zusätzlichen Aufwand erfordert, der auch Kosten verursacht. Dementsprechend sind auch die kleinen Allradler keine Sonderangebote.

Geringe MarktanteileSUZUKI-IGNIS--Mini-SUV
Obwohl besonders in Alpennähe der Anteil der Neuwagen mit Allradantrieb relativ hoch ist, ist der Anteil kleiner Fahrzeuge gering, der Löwenanteil wird. Bei den Premiumherstellern – von BMW über Mercedes bis Audi, ja sogar bei Jaguar – zählt Allrad fast schon zum üblichen bzw. von der Kundschaft oft dazu bestellten Ausstattungsumfang.

Bei kleineren Klassen, insbesondere jenen, die lediglich Größe suggerieren wollen oder sich optisch den Allradlern angeglichen haben – Prestige ist alles –, ist der Vierradantrieb noch immer die Ausnahme. Optisch ursprünglich von Geländewagen abgeleitete SUVs sind meist nur mit Frontantrieb zu haben. Noch stärker betrifft das trotz des unbestrittenen Nutzens die preissensibleren Marktsegmente der Klein- und Kompaktwagen. Trotz des aktuell wachsenden Marktes attraktiver Kleinwagen und kompakter SUVs hält sich also das Angebot an leistbaren Allrad-PKWs in Grenzen.

Die Begründung der Hersteller scheint vernünftig: „Die Nachfrage beschränkt sich auf kleine Märkte wie Österreich, die Schweiz und Süddeutschland, was den tech-nischen und finanziellen Aufwand für die Entwicklung einer auf Allradantrieb ausgelegten Plattform wirtschaftlich nicht rechtfertigen würde.“

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Das kleine Angebot kleiner Allradler
Um es kurz zu machen: Auch der preiswerteste aller Allradler ist nicht unter 12.000 Euro zu haben, und der ist zwar eine Legende, aber dennoch ein Exote, dabei technisch eher von einfacher Art: Der Lada 4×4. Dazu gibt’s von Lada auch noch den günstigen Taiga und den viertürigen Urban.

Der auf der Preisliste zweitgereihte trägt ebenfalls einen wohlbekannten Namen, auch wenn er seit Jahren optisch wie technisch immer wieder aufgefrischt wurde. Dieses Kultauto ist der Fiat Panda, der sich seit Generationen praktisch veranlagter Autolenker ohne Hang zur überflüssigen Größe mit allen vier Rädern durch Gatsch und Schnee wühlt.

Etwas größer und moderner ist dann schon der Fiat 500X, der seine Gene aber auch vom kleinen 500er mitbekommen hat und dennoch die 20.000-Eurogrenze weit überschreitet. Unter diesem Limit bleiben nur ganz wenige, wie etwa der Suzuki Swift oder der Suzuki Ignis, ein Mini-SUV, der mit dieser Bezeichnung lediglich darauf hinweist, dass der Aufbau ein bisserl höher ist. Der Rest des Angebots kommt aus der SUV-Kiste oder eben der Annäherung an diese äußere Form. Und unter diesen ist es wieder eine wenig beachtete Exotenmarke, die das preisgünstigste Fahrzeug anbietet: SsangYong.

Den feschen Tivoli und den XLV gibt es samt Allrad für knapp unter der magischen 20er-Grenze. Und mit insgesamt 7 Allrad-Modellen unter 30.000 Euro ist SsangYong der mengenmäßig größte Anbieter nach Suzuki, die hier 8 Varianten bieten. Hersteller wie Mazda, Renault, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Seat und Opel bleiben mit ihren Billigangeboten zwar ebenfalls unter dieser ominösen Grenze, meist aber nur knapp und mit einzelnen Modellen.

Lediglich Subaru, ein Allradpionier und gediegener Vierrad-Spezialist, kann unterhalb der 30.000 noch 3 Modelle offerieren. Wobei logischerweise diese Grenze durch Zusatzausstattungen bei nahezu allen letztgenannten Marken leicht überschritten werden kann.

Aber die aktive Sicherheit eines Vierradantriebs, die sichere Fortbewegung bei allen Witterungsverhältnissen, ist allemal mehr wert als ein Luxusschlitten, der im Schnee steckengeblieben ist, oder?

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