Türkises Holz im Vintage Style

Eine der ältesten genutzten Pflanzen ist für den Wohnraum neu entdeckt: Holz in seiner natürlichen und spannendsten Form. Dabei hält der Zeitgeist der 1950er- und 1980er-Jahre erneut Einzug in die eigenen vier Wände.

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Ein wasserabweisendes Relaxparkett für den Wellnessbereich im Bad, versilberte Hölzer in schrillem Pink, Türkis und Violett als Wandverkleidung im Wohnzimmer, gebrauchtes Holz aus alten Stadln oder von ehemaligen Brücken für den gemütlichen Touch im Schlafzimmer: In seiner vielfältigsten Form und Verwendung findet sich Holz in Häusern und Wohnungen. Bereits im 19. Jahrhundert war die holzvertäfelte Wandbekleidung gängig und beliebt. Eine „hölzerne Wohnecke“ stand in der Biedermeierzeit für Gemütlichkeit, als intimes Versteck vor der Außenwelt und als Rückzugsort. Mit der gemütlichen, rustikal-elegant wirkenden Biedermeierwohnung hat das heutige Wohnen nur mehr bedingt zu tun. Das 20. und 21. Jahrhundert ist zumeist einer reduktiven Ästhetik verpflichtet. Symmetrisch, nüchtern, schlicht und filigran lautet der Trend für die eigenen vier Wände. Neben großen Flächen und geraden Linien ist eine Form von Luxus, die abgewohnt aussieht, gefragt. Haptische und optische Erlebnisse sind begehrt. Diese werden mit außergewöhnlichen Details, Accessoires und mit Holz in allen Varianten erzielt. Der Rohstoff Holz erlebt ein buntes Revival. 2016 hält der Zeitgeist der 1950er- und 1980er-Jahre neuerlichen Einzug in den Wohnraum. Retro-, Vintage- und Used-Style liegen im Trend. Holz in rauer, dreidimensionaler Optik oder in Relief-Form bei Wänden, Böden, Interieur und Terrassen kennzeichnet das neue Wohnerlebnis, so der Salzburger Innenarchitekt Thomas Brunauer. Accessoires und Details in Petrol- und Neonfarben sowie in den Modefarben Hellgrün, Violett, Pink und Türkis sind genauso gefragt wie Naturfarben und naturbelassene Oberflächen, die gebraucht und beschädigt wirken, völlig unbehandelt bleiben oder nur geölt werden. Altes mischt sich dabei mit Neuem. Räume, gehalten in schlichten Farben und Formen, stehen im Kontrast zu auffälligem Interieur. Kontraste und Gegensätze dominieren das neue Wohnerlebnis.

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Die Eiche für ein neu entdecktes Wohngefühl

Rund 30.000 Baumarten wachsen auf der Welt, etwa 100 davon werden für Möbel, Fußböden, Decken- und Wandverkleidungen verwendet. Die Arten von Hölzern und ihre Kombinationen für den Wohnraum sind vielfältig. Während die Verbindung von Buche und Kirsche ihre Aktualität eingebüßt hat, gilt Eiche als neu entdeckt. Gedämpft oder geräuchert, in Weiß oder Grau, bringt der Innenarchitekt Thomas Brunauer das Holz ins Spiel und spricht von einem Comeback. Eine speziell entwickelte Lasur lässt die goldbraune Cognac-Farbe des Holzes durchschimmern. Auf der Suche nach neuesten Trends und Innovationen reist der Architekt nach Berlin, Barcelona, Florenz, Pisa oder Antwerpen.

Daneben inspirieren ihn Einflüsse aus der Mode- oder Automobilbranche. Eiche sei außerdem besonders widerstandsfähig und vielseitig einsetzbar, ist der Holzmöbelhersteller Woody Living überzeugt. Holz in Verbindung mit grobem Metall liege gerade besonders im Trend.

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Neben dem Einsatz für Böden werde Eiche auch für Tische oder Stühle verwendet. Bei der Kombination von Fußböden und Möbeln wird auf verschiedene Holzarten zurückgegriffen, um den erwünschten Kontrast zu erzielen. Während einer Verbindung von Eiche mit Kirsche dabei beispielsweise abzuraten ist, erziele die Kombination von Eiche mit Nuss dagegen ein sehr edles Ergebnis, so Thomas Brunauer. Daneben werde Hemlock, eine spezielle Art der Tanne, bevorzugt. In jedem Fall ist die Gesamtkomposition ausschlaggebend.

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Holz wirkt positiv auf die Gesundheit

Holz zählt zu den ältesten genutzten Pflanzen, ist ein vielseitiger und nachwachsender Rohstoff und zeichnet sich durch eine lange Lebensdauer aus. Der Rohstoff ist von einer warmen, gemütlichen Ausstrahlung bei gleichzeitiger Eleganz charakterisiert. Schäden können, gerade bei Massivholz, leicht korrigiert werden. Der Energieträger wirkt sich zudem positiv auf das Wohlbefinden aus. Mit Holz gestaltete Räume wirken auf den Menschen immer wärmer, als sie tatsächlich sind. Die Oberflächen tragen wesentlich zu einem angenehmen Raumklima bei. Das Material hat zudem einen schonenden Einfluss auf das Immunsystem, weil es Schadstoffe aus der Atemluft aufnimmt und ihre Konzentration in wenigen Stunden bis auf ein Zehntel verdünnt. Außerdem ist Holz weniger anfällig für Bakterien als Kunststoff. Bei recycelten Hölzern steht der umweltfreundliche Aspekt der Wiederverwertung im Vordergrund.

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