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Vorsicht: Zucker!

Zucker ist in Übermaßen ungesund und führt zu Krankheiten wie Diabetes 2: Das ist kein Geheimnis. Doch was heißt „Übermaß“? Und wo ist der süße Geschmacksträger eigentlich überall enthalten?
Ein Artikel von Christine Gnahn
Foto: Voyagerix - fotolia.com

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Lange Zeit gab es für Ernährungswissenschaftler zwei große Feinde, nämlich Fett und Cholesterin. Während die Medien und Forscher vor fetthaltigen Speisen in Zusammenhang mit Übergewicht warnten, blieb ein anderes Übel der Nahrungsmittelindustrie außen vor: Zucker. Innovative Vorreiter wie John Yudkin, Professor für Ernährung in London, warnten ab den 70er Jahren vor den Folgen des Zuckers.

Nicht nur sei er verantwortlich für eine rasche Gewichtszunahme, sondern auch für die sich immer weiter verbreitende Volkskrankheit Diabetes. Yudkin wurde ignoriert, belächelt und in seinem Ruf geschädigt.

Dass ein Zuviel an Zucker schädlich für den menschlichen Körper ist, darüber ist man sich heute jedoch weitgehend einig. Experimente an Mäusen veranschaulichen das Erschreckende, das Zucker im Organismus anrichten kann: So fütterten Forscher Mäuse mit 25 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr in Form von Fruktose und Glukose, während die Kontrollgruppe keinen Zucker bekam. Die „Zucker-Gruppe“ hatte daraufhin ein doppelt so hohes Sterberisiko als die Kontrollgruppe, die Männchen wurden gar in ihrer Fruchtbarkeit eingeschränkt. Dabei wurden die Mäuse keineswegs mit einer grotesk hohen Zuckermenge gefüttert: Ihre tägliche Dosis entsprach in etwa jener eines Normalverbrauchers, der sich gesund ernährt und zusätzlich drei Gläser Limonade (oder andere zuckerhaltige Getränke bzw. Süßwaren) zu sich nimmt.

Foto: ChristArt - fotolia.com

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Immer mehr Studien zeigen zudem den starken Zusammenhang zwischen übermäßigem Zuckerkonsum und der Erkrankung an Diabetes 2. Auch viele weitere Krankheiten stehen, so verdeutlicht die Forschung immer mehr, im Zusammenhang mit einer zuckerreichen Ernährung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagierte, indem sie ihre Empfehlung von der täglichen Zufuhr von 50 Gramm Zucker auf 25 Gramm Zucker für Erwachsene und von 25 auf 12,5 Gramm für Kinder halbierte. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Tafel Schokolade à 100 Gramm bringt es bereits auf 55 Gramm Zucker. Nicht nur die Begierde, die Süßwaren auf viele erwecken, sind dabei das Problem, sondern auch die häufige Undurchsichtigkeit: Wo ist denn nun Zucker enthalten? Dass die Lebensmittelindustrie oftmals kein großes Interesse daran hat, den Zuckergehalt in den Speisen klar zu deklarieren, scheint logisch – „Code-Wörter“ wie „Maltose“ oder „Glukose“ auf den vorgeschriebenen Nährwertangaben sind die Folge. Um dem bösen Zucker endlich zu entsagen, braucht es daher nicht nur Willensstärke, sondern auch ein hohes Maß an Ernährungsbildung.

Wer weiß, was er isst, und seine täglichen Speisen bewusst zu sich nimmt, hat schon viel geschafft!

Synonyme für Zucker
„Da ist Zucker enthalten“, das steht nicht immer so deutlich in den Nährwertangaben, wie man es sich als bedachter Konsument wünschen würde.
Diese Deklarationen auf den Nährwertangaben stehen ebenfalls für Zuckerquellen:
• Dextrose
• Saccharose
• Laktose
• Fruktose
• Glukose
• Joghurtpulver
• Oligofruktose
• Maltose
• Magermilchpulver
• Dicksaft

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Foto: karandaev – fotolia.com

Achtung, Zuckerfallen:
• Trockenfrüchte: ca. 58 g Zucker pro 100 g
• Schokolade: ca. 55 g Zucker pro 100 g
• Gummibärchen: ca. 46 g Zucker pro 100 g
• Fertig-Tomatensoßen: ca. 37 g Zucker pro 100 g
• Müsliriegel: ca. 30 g Zucker pro 100 g
• Ketchup: ca. 22 g Zucker pro 100 g
• Frucht-Joghurt: ca. 13 g Zucker pro 100 ml
• Smoothie: ca. 13 g Zucker pro 100 ml
• Energydrink: ca. 12 g Zucker pro 100 ml
• Coca Cola: ca. 11 g Zucker pro 100 ml
• Orangensaft: ca. 8 g Zucker pro 100 ml
• Joghurt-Dressing (fertig): ca. 8 g Zucker pro 100 ml
• Leberwurst: ca. 2 g Zucker pro 100 g
• Salami: ca. 1 g Zucker pro 100 g
• Gewürzgurken: ca. 1 g Zucker pro 100 g

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