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Wenn es Nacht wird

Stirnlampe an und los. Skitourengeher und Schneeschuhwanderer zieht es in den kalten Winternächten hinaus. Viele Hütten haben abends extra länger geöffnet.
Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Nach Einbruch der Dunkelheit zeigt der Winter seine wohl schönste Seite. Wie verzaubert ist die Natur. Der Wald hebt sich dunkel vom Schnee ab, es ist unwirklich still. In hellen Vollmondnächten werfen die Bäume lange Schatten, als hätte jemand sanftes Hintergrundlicht angeknipst.

Längst haben Skitourengeher und Schneeschuhwanderer die Winternacht für sich entdeckt.

Was bis vor einigen Jahren nur einigen Freaks vorenthalten war, ist zur beliebten Feierabendbeschäftigung geworden. Wer nach der Arbeit noch schnell los will, schnappt sich die Stirnlampe und nichts wie raus. An festgelegten Tagen und bis zu einer bestimmten Uhrzeit darf man in vielen Skigebieten nach Betriebsschluss noch aufsteigen, auch diverse Berghütten haben dann länger geöffnet. An die vorgegebenen Zeiten sollte man sich unbedingt halten. Danach beginnt die Pistenpräparierung, die nicht beeinträchtigt werden darf. Das hat sicherheitstechnische Gründe, weil mit Seilwindenfahrzeugen gearbeitet wird und für Skitourengeher Lebensgefahr besteht.

Foto: Kathrin Thoma-Bregar

Foto: Kathrin Thoma-Bregar

In Watzmanns Nachbarschaft

Im Berchtesgadener Land ist in den Skigebieten Götschen, Roßfeld und Hochschwarzeck nach Betriebsschluss eine Aufstiegsroute ausgewiesen. Diese können täglich bis 19 Uhr von Tourengehern genutzt werden. Wegen guter Lawinensicherheit und geringer Schwierigkeit sind die Routen ideal für Skitourenneulinge. Man bewegt sich im Wesentlichen im Nahbereich der Pisten, über die man auch wieder abfährt.

Im Hirschkaser (www.hirschkaser.de) am Hochschwarzeck ist jeden Montag bis 22 Uhr Skitourenstammtisch. Zur Hütte steigt man vom Parkplatz in rund einer Stunde auf (360 Höhenmeter). Der Gipfel des „Toten Mannes“ ist nur zehn Minuten entfernt. Ein schneller Abstecher lohnt sich. In klaren Mondnächten hat man einen tollen Blick auf die Bergspitzen von Hochkalter und Watzmann. Schneeschuhwanderer können am Hochschwarzeck über einen mäßig steilen Fahrweg auf- und absteigen.

Weil im Skigebiet Jenner am Königssee die Bergbahn wegen des Neubaus diesen Winter nicht fährt, können sich Tourengeher jeden Abend austoben. Allerdings muss man sich darauf einstellen, dass die Pisten nicht präpariert sind, man sollte also gut Skifahren können. Das Carl-von-Stahl-Haus (www.alpenverein.at/carlvonstahlhaus/) erreicht man vom Parkplatz Hinterbrand bei der Mittelstation Jennerbahn in rund zwei Stunden. Es hat täglich geöffnet – außer am Heiligen Abend. Immer donnerstags ist Skitourenstammtisch, dann verwöhnt Hüttenwirt Peter Pruckner seine Gäste mit selbstgemachtem Gamsgulasch.

Über dem Chiemsee

Im Chiemgau ist die Kampenwand das Eldorado für Nachtskitouren. Los geht’s an der Talstation der Kampenwandbahn und dann immer der Skipiste nach. Einige Aufstiegspassagen sind zwar etwas steiler, aber trotzdem recht gut zu bewältigen.

Wer bei der Gorialm (www.gorialm.de) nach rund 620 Höhenmetern und 2 Stunden genug hat, kehrt hier ein. Die sportlichere Variante führt noch etwa 200 Höhenmeter weiter über einen erkennbaren Versorgungsweg weiter bis zur Steinlingalm (www.steinlingalm.de). Die Abfahrt erfolgt jeweils über die Piste. Beide Almen haben donnerstagabends geöffnet. Die Pisten sind nur an diesem Tag bis 24 Uhr freigegeben. An allen anderen Tagen gilt die Sperrung ab 20 Uhr.

In ganz neuem Glanz erstrahlt die Unternbergalm in Ruhpolding. Den Sommer über wurde sie komplett neu errichtet. Ein schwerer Sturmschaden hatte im Jahr zuvor das Hüttendach zerstört. Skitourenstammtisch ist Dienstag und Donnerstag, dann ist bis 22 Uhr geöffnet. Es gibt almtypische Gerichte und Brotzeiten. Vom Parkplatz der Unternbergalm braucht man für die rund 500 Höhenmeter zwischen einer und eineinhalb Stunden Gehzeit. Der Aufstieg erfolgt am Rand der Piste, die nicht präpariert wird, aber meist gut eingefahren ist. Teilweise ist die Spur steil (www.unternberg.de).

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