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Wohin des weiten Weges?

Es ist die Königsdisziplin des Wanderns: das Weit-Wandern. Die Angebote boomen. Ob gemütlicher Rundweg oder hochalpines Bergsteigen, Hauptsache lang. Ab diesem Frühjahr führt der neue SalzAlpenSteig Bergfreunde vom bayerischen Chiemsee bis an den Hallstätter See in Österreich.

Drei grüne Bergspitzen, ineinander verschränkt, auf gelbem Hintergrund, darunter der Schriftzug: SalzAlpenSteig. Ein einfaches, einprägsames Logo weist Wanderern den Weg vom Chiemsee an den Hallstätter See. Auf einer Länge von 230 Kilometern und 18 Tagesetappen hängt das Schild  an Bäumen, Pfählen und Steinen, immer gut sichtbar. Die Errichtung eines Weitwanderweges zwischen dem bayerischen Chiemgau und dem österreichischen Salzkammergut bot sich an. Das gesamte Gebiet kann nämlich auf eine gemeinsame Geschichte zurückblicken: Hier wurde seit Urzeiten Salz gewonnen, verarbeitet und in die Welt hinausgebracht. Das Wort Hall für Salz ist keltisch. Hallein, Hallstatt, Reichenhall: schon die Ortsnamen verweisen drauf. Die Kulturgeschichte des Salzes wird am Rande des Steigs auf großen Hinweistafeln thematisiert. Vom Startpunkt in Prien führen die ersten Wegkilometer am Chiemsee entlang und weiter in Richtung Berge. Der Hochfelln ist die erste, große Hürde und mit 1.674 der höchste Gipfel auf dem Salzalpensteig. Ob man die Bahn nimmt oder hinaufsteigt, die Aussicht ist so oder so beeindruckend: Nach Süden grüßen Großglockner und Großvenediger, zu Füßen liegt das „Bayerische Meer“ mit der Herren- und Fraueninsel, gen Osten winkt der Watzmann und gibt die weitere Marschrichtung vor. Rund 14.000 Höhenmeter haben die Steig-Wanderer in den Beinen, wenn sie Obertraun im Österreichischen erreichen. Man kann die Tour auch hier starten und in umgekehrter Richtung gehen. Zusätzlich zum Steig sind weitere 25 SalzAlpenTouren ausgewiesen. Sie sind zwischen sieben und 50 Kilometer lang und werden durch blaue Bergzecken symbolisiert. Die SalzAlpenWege wiederum sind Zubringer, die abseits des Steigs gelegene Orte einbinden und rot markiert sind.

Ausgezeichneter Steig

Schon innerhalb von Tagesetappen ist die Vielfalt des SalzAlpenSteigs spürbar: Moorgebiete, üppige Wälder, Lichtungen, Bergseen. Man muss für die Distanzen kein extremer Weitwanderer sein, sollte aber schon etwas Erfahrung, Kondition und Gehtechnik mitbringen. Der SalzAlpenSteig ist ein Premiumweitwanderweg und erfüllt circa 200 Kriterien des Deutschen Wanderinstituts (DWI). Er verläuft auf landschaftlich attraktiven und abwechslungsreichen Wegen, also mal durch den Wald, mal über Wiesen, oft auf schmalen Pfaden, selten auf breiteren Schotterpisten und nie länger als 1,2 Kilometer am Stück auf Teerstraßen. Insgesamt macht der asphaltierte Untergrund nur 18 Prozent der Gesamtstrecke aus, so will es das DWI. Unter www.salzalpensteig.com sind alle wichtigen Informationen rund um den SalzAlpenSteig und seine Projektpartner Chiemsee-Alpenland, Chiemgau, Berchtesgaden Königssee, Tennengau und Dachstein-Salzkammergut verfügbar. Etappenbeschreibungen, Partnerhotels, Einkehrmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und Kartenmaterial helfen bei der Vorbereitung. Auch GPS-Daten können hier heruntergeladen werden. 

Sicher Bergwandern

Egal, ob man auf Tagestouren oder Weitwanderwegen unterwegs ist, Sicherheit ist obererstes Gebot. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat zehn Ratschläge zusammengefasst.

1. Gesund in die Berge. Bergwandern ist Ausdauersport und setzt Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraus.

2. Sorgfältig planen, dabei helfen Wanderkarten, Fachliteratur, Internet und Experten. Besonders auf den Wetterbericht achten.

3. Zur vollständigen Ausrüstung gehören Regen-, Kälte-, Sonnenschutz, das Erste-Hilfe-Paket und das Mobiltelefon (Euro Notruf 112). Karte und GPS bieten Orientierung.

4. Passendes Schuhwerk, heißt: gute Passform, rutschfeste Profilsohle, wasserdichtes Material und geringes Gewicht.

5. Trittsicherheit ist der Schlüssel, denn die häufigste Unfallursache geht auf Ausrutschen oder Stolpern zurück. Vor allem zu hohes Tempo und Müdigkeit beeinträchtigen den sicheren Tritt.

6. Auf markierten Wegen bleiben, Abkürzungen vermeiden.

7. Regelmäßige Pausen machen. Isotonische Getränke sind der ideale Durstlöscher, Müsliriegel, Trockenobst und Kekse stillen schnell den Hunger.

8. Verantwortung für Kinder. In gefährlichen Passagen kann ein Erwachsener nur ein Kind betreuen. Deswegen ausgesetzte, lange Touren meiden. Kinder mögen lieber Abwechslung und spielerisches Entdecken.

9. Kleine Gruppen ermöglichen gegenseitige Hilfe. Daheimgebliebene immer über Ziel, Route und Rückkehr informieren.

10. Respekt für Natur und Umwelt, keine Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden, auf den Wegen bleiben, Wild- und Weidetier nicht beunruhigen und Pflanzen nicht berühren, zertreten oder gar ausreißen, Schutzgebiete respektieren.

Kathrin Thoma-Bregar

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